Der Weg: Partizipation

Die Fragensammlung und Arbeitsmaterialien werden gemeinsam von Menschen mit und ohne Behinderung oder psychischer Erkrankung entwickelt.

Die Erarbeitung der Fragensammlung

2016 haben sich in drei Dienstleistungsangeboten für Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung – im Bodelschwingh-Haus der Stiftung Wolmirstedt, im Gemeindespsychiatrische(n) Zentrum der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart e.V. (eva) und In der Gemeinde leben Düsseldorf gGmbH – Partizipationsteams gegründet.

Ausgehend von der Situation vor Ort entwickeln die Teams Fragen, die es erleichtern zu prüfen, wo und wie viel Mitbestimmung im Alltag – in der Wohnung, bei der Arbeit, in der Freizeit, in der Kommune – verwirklicht ist und wo Veränderungsbedarf besteht. Über Delegierte findet ein reger Austausch mit den beiden Projektgruppen statt, mit denen gemeinsam die Fragensammlung und Arbeitsmaterialien in schwerer und Leichter Sprache entwickelt werden:

  • Die exklusiv geprägte Projektgruppe „Hier bestimme ich mit“, in der mit den Delegierten der Partizipationsteams, einem Delegierten aus dem Beirat der Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung im BeB und einer Vertreterin der von Mensch zuerst neben ihren Assistent*innen und der Projektleitung ausschließlich Expert*innen in eigener Sache arbeiten.
  • Die inklusive Projektgruppe „Index für Partizipation“, in der neben Delegierten der Partizipationsteams, einem Vertreter von Mensch zuerst, dem Delegierten des Beirats der Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung im BeB und der Projektleitung, Vertreter*innen aus Wissenschaft und der kommunalen Verwaltung beteiligt sind.

Bezogen auf vier Schwerpunkte des Projekts, die Partizipation von Menschen mit Lernschwierigkeiten,

  • mit hohem Unterstützungsbedarf,
  • mit psychischer Erkrankung
  • und den Mitsprache- und Mitwirkungsmöglichkeiten in der Kommune

wurden mit vier Expert*innenworkshops eine vertiefende Expertise erarbeitet, die in die Fragensammlung einfließt.

Die Erarbeitung von Schulungsmaterialien und ihre Erprobung

Im zweiten Teil des Projekts werden Schulungsmaterialien entwickelt. Die erfolgreiche Realisierung von Partizipation und die Gestaltung einer entsprechenden Kultur benötigt Kompetenzen. Auch die Schulungsmaterialien werden partizipativ entwickelt und in der exemplarischen Qualifizierung von Multiplikator*innen, die in Tandems mit Expert*innen in eigener Sache stattfindet, erprobt. Im Rahmen der Projektphase finden ab 2019 drei Schulungen statt.

Die Evaluation von Fragensammlung, Schulungen und Projekt

Die Praxistauglichkeit der Fragensammlung wird im Rahmen des Projekts selbst sichergestellt:

Die erste Fassung der Fragensammlung wird in den drei beteiligten und drei zusätzlichen Einrichtungen und Diensten der Eingliederungshilfe – Mariaberg, Bethel, Herzogsägmühle – getestet bezogen auf Verständlichkeit, Praktikabilität und Nützlichkeit. Die Ergebnisse der Zwischenevaluation sind maßgeblich für die Erarbeitung der endgültigen Fassungen der Fragensammlung in schwerer und Leichter Sprache.

Die Schulungsmaterialien werden im Kontext der Multiplikator*innenschulungen evaluiert und kontinuierlich angepasst. Schließlich wird das gesamte Projekt mit seinen Ergebnissen abschließend extern evaluiert.